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Brief des Paulus an die Kolosser
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Der Brief des Paulus an die Kolosser (lateinisch Pauli epistula ad Colossenses) ist ein Buch des Neuen Testaments der christlichen Bibel. Er wird seit dem Mittelalter in vier Kapitel unterteilt.
Contents
⢠Empfänger
⢠Zweck
⢠Christologie
⢠Ekklesiologie
⢠Inhalt
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Verfasser, Sprachstil, Datierung
In Kol 1,1 wird der Anspruch auf eine Verfasserschaft durch Paulus und Timotheus gemacht. Der aktuelle akademische Konsens ist sich jedoch seit der Arbeit von Walter Bujard einig, âdaĂ die Differenz zwischen dem Stil des Kol[osserbriefs] und dem der Paulusbriefe nach Einheitlichkeit, Art und GrĂśĂe so gravierend ist, daĂ eine Verfasserschaft des Paulus fĂźr den Kol schon allein von daher ausgeschlossen werden muĂâ.cite-ref-0-1-0[1] Viele Gelehrte betrachten daher den Anspruch auf die paulinische Verfasserschaft als literarische Fiktion.cite-ref-2[2] Einige dagegen (z. B. Eduard Schweizer, Ulrich Luz, J. D. G. Dunn) gehen jedoch wegen der konkreten und persĂśnlichen Nachrichten (Kol 4,7-18 ), der stilistischen Nähe zur paulinischen Diktion und der persĂśnlichen Unterschrift des Paulus (Kol 4,18 ) von einer ânebenpaulinischenâ Abfassung durch Timotheus (oder Epaphras) aus (âSekretärshypotheseâ).cite-ref-0-1-1[1] Zu den Vertretern, die den Kolosserbrief als zweifelsfrei paulinisch betrachten, gehĂśrt z. B. N. T. Wright.cite-ref-3[3]
Epaphras als Sekretär (und Verfasser) wäre nach Meinung einiger Forscher wahrscheinlicher: Paulus und Timotheus hätten demnach Epaphras (Lähnemann, Reicke, Berger) dort das Wort Ăźberlassen, wo er als ortskundiger Theologe besser auf Probleme und Fragen in Kolossai und den Nachbargemeinden antworten konnte. Paulus jedenfalls kannte weder die Adressaten noch deren Situation (Kol 2,1), sein Informant Epaphras aber schon (Kol 1,5â8; 4,12â13). So kĂśnnte Paulus durch den Briefschreiber Epaphras versucht haben, âden Kolossern wie ein Kolosserâ zu werden, HierfĂźr spreche, dass der âunpaulinischeâ Schreibstil sich nur im theologisch-lehrenden Briefteil Kol 1â2 finde. Nach der dort stattfindenden Auseinandersetzung mit den (nur Epaphras gut bekannten) Häretikern Kolossais ändert sich der Stil schlagartig.cite-ref-4[4] In Kol 3â4 gleicht der Stil dem der unumstrittenen Paulusbriefe sehr. Paulus allgemeine Gemeindeethik kann Paulus auch fĂźr unbekannte Adressaten selbst erteilen. Er unterschreibt den Brief zuletzt sogar persĂśnlich (Kol 4,18). Beispiele fĂźr die Stilveränderungen in Kap. 3â4 (nach Auswertung des Datenmaterials bei Bujard):
⢠In Kol 3â4 gibt es einen starken Anstieg des Gebrauchs paulinischer Konjunktionen von zuvor nur 27Ă in 1016 Worten in Kol 1â2 (2,7 % vom Wortbestand) auf nun 34Ă in 566 Worten in Kol 3â4 (6 %!). Die zweite Briefhälfte geht also klar in Richtung Paulus, der in unumstrittenen Briefen zwischen mehr als 8 bis mehr als 10 % Konjunktionen einsetzt.
⢠Gleichzeitig gibt es eine starke Abnahme der Sonderwort-Dichte/Hapaxlegomena in Kol 3â4 um Ăźber 40 % weniger im Vergleich zu Kol 1â2. Der erste Briefteil Kol 1â2 hat 24 Sonderworte, die je nur 1x im Kol, aber sonst nie bei Paulus und im gesamten NT vorkommen, aber Kol 3â4 hat nur 8 solcher Sonderworte.
⢠Die zuvor durchschnittlich längeren Sätze in Kol 1â2 (26 Worte pro Satz im Schnitt) werden in Kol 3â4 kĂźrzer als etwa die Sätze in 1 Thess oder in RĂśm 1â8 (Kol 3â4 = 21 Worte im Schnitt; 1 Thess und RĂśm 1â8 = Ăźber 22 und mehr Worte im Schnitt).
⢠In Kol 3â4 finden sich gar keine Genitiv-Ketten mehr.
Epaphras dĂźrfte als den Stil beeinflussender Sekretär ab Kap. 3 weniger frei geschrieben haben. In Kol tritt Paulus aber nur kurz und viel weniger autoritativ erst ab Kol 1,24 bis Kol 2,5 aus dem von ihm und Timotheus ab Kol 1,3 gewählten Wir-Stil hervor und punktuell bewusst im Ich-Stil auf, um schon mit Kol 2,6â7 wieder mehr die Lehre zu betonen, die die Kolosser nicht (!) von ihm, sondern â wie man schon aus Kol 1,6ff weiĂ â von Epaphras gelernt hatten. In Kol 1â2 tritt Paulus mehr als deutlich hinter den von ihm hoch geschätzten GemeindegrĂźnder (Kol 1,5â8) und Theologen Epaphras (vgl. Kol 4,12â13!) zurĂźck. So hoch wie Epaphras lobt er sonst nur noch z. T. wortgleich Timotheus in Phil 1,1; 2,19ff. Paulus stärkt Epaphras als fĂźr alle Heidenchristen zuständiger Apostel den RĂźcken und spricht, wenn, dann nur durch ihn. Das fällt sofort ab dem Lob des Epaphras in Kol 1,5ff auf (vgl. dazu auch Forscher wie Marxen und Kiley, die die groĂe Rolle des Epaphras im Kol herausstellen). Sonst stellt sich Paulus zu Beginn seiner Briefe selbst vor und setzt sich selbst in eine gute Beziehung zu den Adressaten. Dass er dies im Kol unterlässt, spricht stark gegen die Mehrheitsmeinung der Unechtheitsvertreter, der Apostel werde im Kol als Autorität ĂźberhĂśht dargestellt wie sonst nie in unbestritten echten Briefen. Es war jedoch sein Prinzip, mĂśglichst nicht dort zu lehren, wo schon andere vor ihm gelehrt hatten (vgl. RĂśm 15,19ff!). So lässt er in Kol deutlich Epaphras den Vortritt und verschwindet oft ganz in einem anonymen Wir-Stil, bis eben auf 1,24â2,5 (und 4,3ff). In der Forschung wird immer wieder fälschlich vertreten, Kol sei unecht, weil er die Adressaten nie als BrĂźder anrede. aber hier wird nur ein Irrtum immer neu tradiert. Der Kol redet die Kolosser zwar nur einmal am Anfang als âBrĂźderâ an (Kol 1,2), aber er tut es. Paulus vermeidet es nur, den unbekannten Adressaten evtl. zu viel Vertrautheit zuzumuten. Vgl. anders etwa Paulus in Phil, in dem er als GemeindegrĂźnder den âBrĂźdernâ (vgl. 1,12.14 und dann bes. ab der Abgrenzung von den Häretikern: Phil 3,1.13.17; 4,1.8.21) fast nur im z. T. viel mehr autoritären Ich-Stil schreibt, ein Lehrstil, den Paulus in Kol gar nicht wählt. Nirgends wird er ausdrĂźcklich zum Dienstherren oder Lehrer von Christen in Kolossai. Autoritäre Worte wie Phil 3,17; 4,9 vermeidet Paulus in Kol gegenĂźber Fremden ganz. GegenĂźber Gemeinden, die er selbst gegrĂźndet hatte, trat Paulus nicht so bescheiden auf wie im Kol, schon gar nicht bei Streit mit Abweichlern oder bei der Bekämpfung von Häretikern. Vgl. 1 Kor 3â4; 2 Kor 10â13; Phil 3,1â4,9. Auch Fragen stellt Paulus in Kol, was in der Einleitungswissenschaft des Mainstreams bis heute häufiger bestritten und dann auch noch als âunpaulinischâ gewertet wird. Er fragt die Adressaten nur seltener irgendetwas als etwa in RĂśm oder 1 Kor, nämlich nur in Kol 2,20â21 (âWenn ihr mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid, was unterwerft ihr euch Satzungen, als lebtet ihr noch in der Welt: BerĂźhre nicht, koste nicht, betaste nicht!, â was doch alles zur Vernichtung durch den Gebrauch bestimmt ist, nach den Geboten und Lehren der Menschen?â). Allerdings stellt Paulus in unumstritten echten Briefen sonst bisweilen auch nur wenig Fragen, in Phlm gar keine, in Phil nur einmal in Phil 1,18 und in 1 Thess nur zweimal (1 Thess 2,19; 3,9â10).
Der Brief zeigt also sowohl Ăbereinstimmungen als auch Besonderheiten gegenĂźber den eindeutig Paulus zugeschriebenen Briefen. Bestreiter seiner Verfasserschaft weisen besonders auf 37 sogenannte Hapaxlegomena hin, also Begriffe, die nur einmal im Neuen Testament auftauchen (wenn auch zum Teil in dem dem Verfasser vorgegebenen Textmaterial). Dieses Argument wird von manchen aber als nicht zwingend zurĂźckgewiesen. Sie betonen auch, dass viele Hapaxlegomena genauso im allgemein anerkannten RĂśmerbrief zu finden sind.cite-ref-5[5] Es fehlen fĂźr Paulus sonst typische Formulierungen, während sich fĂźr ihn untypische Genitivverbindungen häufen, aber eben nur in Kol 1â2 (wie allerdings ähnlich häufig in RĂśm 1â11); zudem wurde auf assoziative GedankenfĂźhrung aufmerksam gemacht. Ăltere, noch nicht computergestĂźtzte Stiluntersuchungen von Walter Bujard und Eduard Lohse fĂźhren viele, vor allem deutschsprachige Exegeten bis heute zu der Annahme, der Kol kĂśnne nicht von Paulus stammen. Neuere, computergestĂźtzte Stilvergleiche, die aber von deutschen Exegeten wenig beachtet werden, sprechen sich eher fĂźr die paulinische Verfasserschaft aus (Kenny, Neumann, Bahr). Stilbesonderheiten lieĂen sich ohnehin durch die Mitwirkung des Timotheus und/oder Epaphras bzw. die Abfassung durch ihn erklären. Denn in der Struktur und der Theologie bestehen weitläufige Ăbereinstimmungen, die zumindest auf gute Kenntnis der paulinischen Theologie bzw. einen engen PaulusschĂźler schlieĂen lassen. Vgl. etwa das fĂźr Paulus u. a. im RĂśm und Gal wichtige und ein fĂźr alle Mal abgeschlossene, nicht mehr ergänzbare stellvertretende Sterben Christi am Kreuz fĂźr die SĂźnden der Menschen in Kol 1,15â23 und 2,14f, das sprachlich darum klar dann auch von den apostolischen âBedrängnissenâ des Missionars Paulus unterschieden wird, in dem Christus fĂźr den Missionserfolg weiterleidet (vgl. Gal 6,17). Das Leiden Christis am Kreuz ist auch im Kol soteriologisch ein fĂźr alle Mal geschehen. Das Leiden Christi geht in den leidenden, angefeindeten Christen weiter, weil Christus in ihnen lebt (Gal 2,20) und sie auch im Kol sein Leib in der Welt sind. Die Vertreter der paulinischen Verfasserschaft beziehen die Besonderheiten des Kol auf eine Frontstellung gegenĂźber einer Häresie in der Gemeinde in Kolossä; diese Konstellation habe eine andere Formulierung seiner Theologie erfordert (Werner Georg KĂźmmel). âDer wohl Ăźberzeugendste Beweis fĂźr die Echtheit ist die enge Verbindung zum Philemonbrief, dessen Echtheit niemand anzweifeltâ (William MacDonald).cite-ref-6[6]
Dennoch wurde in der neueren kontinentaleuropäischen Forschung der Kolosserbrief vielfach als pseudepigraphische Schrift angesehen mit Timotheus oder einem anderen PaulusschĂźler als Verfasser. Der Brief wird dann zu den deuteropaulinischen Briefen gezählt, aber mit groĂer Nähe zu Paulus, geschrieben etwa um 70 n. Chr.cite-ref-7[7] Viele halten an der Verfasserschaft des Paulus fest und datieren den Brief auf 53â56 n. Chr.cite-ref-8[8] oder auf etwa 58â60 n. Chr.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]cite-ref-12[12]
Empfänger
âIn demselben Jahre wurde eine bedeutende Stadt Kleinasiens, Laodicea, durch ein Erdbeben zerstĂśrt. Doch half sie sich ohne irgendwelche Beihilfe unsererseits nur durch eigene Kraft wieder auf.âcite-ref-13[13]
Daraus ergibt sich eine Schwierigkeit fĂźr diejenigen, welche die paulinische Verfasserschaft bezweifeln und den Brief nach 60 n. Chr. datieren. Erweiterte diese âOrtlosigkeitâ (angesichts der nicht mehr existierenden Empfänger-Stadt) den Wirkungsbereich des Kolosserbriefes auf das kleinasiatische Missionsgebiet des Paulus? Der Verfasser verweist seine Empfänger an die Gemeinde in Laodicea und ordnet einen wechselseitigen Austausch der Briefe an (Kol 4,16 ). Der Brief an Laodicea ist jedoch nicht Ăźberliefert. Aber vielleicht bedeutete das Erdbeben nicht das gänzliche Ende dieser Stadt â so Ulrich Luz:
âDie Stadt hat aber damit nicht aufgehĂśrt zu existieren, auch wenn sie in späterer Zeit nicht mehr literarisch bezeugt ist und auch wenn aus der Zeit nach 61 nur noch verhältnismäĂig wenige MĂźnzen und Inschriften gefunden worden sind.âcite-ref-14[14]
Zweck
â
Hauptartikel
:
Paulinische Theologie
Wahrscheinlich schienen sich einige frĂźhchristliche Gemeinden Kleinasiens durch esoterische Vorstellungen bedroht, vor denen nun Paulus die Christen in Kolossai warnte (2,4â9 ). Diese Vorstellungen verkĂźndeten wohl die Verehrung von Engelsmächten (2,18 ) und gaben dadurch in ihren Lehren der Wertigkeit von Jesus als Heilsbringer (2,19 ) eine differente Bedeutung. Den asketischen Reinheitsforderungen dieser Gruppen hielt der Autor die volle Anteilhabe an der âFĂźlle der Gottheitâ in Jesus Christus durch die Taufe entgegen.
Bedeutende theologische Positionen
Christologie
Die Christologie des Kolosserbriefes hebt sich durch ihre kosmologische Interpretation von den Ăźbrigen Briefen ab. Das Heilswerk Christi hat hier Bedeutung fĂźr den gesamten Kosmos. In Kol 1,15â20 zitiert der Verfasser einen Christushymnus, der die Grundlage seines Christusverständnisses bildet und in zwei Strophen gegliedert ist. Die erste Strophe (Verse 15â16) hat die SchĂśpfung zum Thema. Dann folgt ein ZwischenstĂźck (Verse 17â18a), das die Hauptaussage des Hymnus trägt, nämlich dass Christus âvor allemâ ist, und âalles durch ihn bestehtâ. Darauf folgt die dritte Strophe (Verse 18bâ20), die die ErlĂśsung zum Thema hat.
â15 Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen SchĂśpfung. 16 Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. 17 Er ist vor aller SchĂśpfung, in ihm hat alles Bestand. 18 Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang. 19 Denn Gott wollte mit seiner ganzen FĂźlle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versĂśhnen. 20 Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus fĂźhren, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.â
Entsprechend bestimmt der Brief das Verhältnis nicht nur zwischen Christus und der Kirche, sondern dem ganzen Kosmos wie das eines Hauptes zum Leib (Vielhauer).cite-ref-15[15] Er ist als der SchÜpfungsmittler das Haupt aller Mächte (Kol 2,10 ), triumphiert ßber die kosmischen Gewalten (Kol 2,15 ), weist den Mächten ihre Bedeutung zu und gibt der Gemeinde an dieser seiner Herrschaft Anteil, in dem er sie mit Gott versÜhnt (Kol 1,22 ), ihren Schuldbrief tilgt (Kol 2,14 ) und der Heidenwelt seine Herrschaft verkßndigen lässt (Kol 1,27 ). Christus als SchÜpfungsmittler und als WelterlÜser ist in den Paulusbriefen durchaus ein Nebenmotiv, taucht hier aber als ausgefßhrte christologische Basis auf.
Eschatologie und Taufverständnis
Der Kolosserbrief bietet eine kosmologisch orientierte Gegenwartseschatologie. Die Christen sind durch die Taufe bereits mit Christus gestorben und auferstanden; andere Mächte kĂśnnen nicht mehr Ăźber sie herrschen (Kol 2,12â13 ). Die Christen sind darum aufgerufen, sich nicht an den durch die Mächte negativ qualifizierten Bereich (ânach untenâ), sondern ânach oben hinâ zu Christus auszurichten. Der fĂźr Paulus sonst typische âeschatologische Vorbehaltâ eines âschon jetzt â noch nichtâ (RĂśm 6,3f. ) ist hier zugunsten einer vollen Anteilnahme der Glaubenden am Tod und an der Auferstehung Christi aufgelĂśst.
Ekklesiologie
Gemeinsam mit 1 Kor 12 und RĂśm 12 ist die Kirche im Kolosserbrief der Leib Christi (griechisch Ď῜Οι ΧĎΚĎĎοῌ); allerdings ist Christus selbst nicht der Leib, sondern das Haupt des Leibes, so wie er auch das Haupt des Kosmos ist. Die Kirche ist der âvon Jesus Christus ermĂśglichte und durchwaltete universale Heilsraumâ (Schnelle mit Kol 1,18.24; 2.17.19; 3,5)cite-ref-16[16], dessen Glieder auf mystische Weise in die Auferstehung, aber â so sagt es der Verfasser von sich selbst â auch in das noch unvollendete Leiden Christi mit hineingenommen sind (Kol 1,24 ). Dieser der paulinischen Kreuzestheologie widersprechende Gedanke wird oftmals als Indiz gegen eine paulinische Verfasserschaft gewertet.
Inhalt
⢠Briefanfang
⢠Präskript (Kol 1,1â2 )
⢠Danksagung und FĂźrbitte (Kol 1,3â14 )
⢠Briefkorpus
⢠Der Christushymnus (Kol 1,15â20 )
⢠Anwendung auf die Gemeinde (Kol 1,21â23 )
⢠Das Amt des Apostels (Kol 1,24â2,5 )
⢠Auseinandersetzung mit Irrlehrern (Kol 2,6â23 )
⢠Die himmlische Existenz der Gemeinde und ihre noch ausstehende Offenbarung (Kol 3,1â4 )
⢠Laster- und Tugendkataloge und christusgemäĂes Gemeindeleben (Kol 3,5â17 )
⢠Das rechte Leben der Christen: Ermahnungen zur Gestaltung der Beziehungen von Männern und Frauen, Eltern und Kindern, Sklaven und Herren (3,18â23 )
⢠Allgemeine Mahnungen (4,2â6 )
⢠Briefschluss
⢠Apostolische Parusie (Kol 4,7â9 )
⢠GrĂźĂe (Kol 4,10â17 )
⢠Eigenhändiger Briefschluss (Kol 4,18 )
Siehe auch
Literatur
Kommentare:
⢠Klaus Berger: Kommentar zum Neuen Testament. Gßtersloher Verlagshaus, Gßtersloh 2011, ISBN 978-3-579-08129-8.
⢠Lukas Bormann: Der Brief des Paulus an die Kolosser (= Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament, 10,1). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2012, ISBN 978-3-374-03054-5.
⢠Carl Nicolaus Kähler: Auslegung der Epistel Pauli an die Colosser in 36 Betrachtungen. Herausgegeben vom christlichen Vereine im nÜrdlichen Deutschland. KlÜppel, Eisleben u. G. E. Schulze, Leipzig 1853 OCLC 690777000 OCLC 246353355 (online).
⢠Ernst Lohmeyer: Die Briefe an die Philipper, an die Kolosser und an Philemon (= Kritisch-exegetischer Kommentar Ăźber das Neue Testament, 9. Abteilung). Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen letzte Aufl. der Kolosser-Auslegung: 13. Aufl. 1964, 2 Seitenzählungen: 192 und 201, Kolosser 2. Seitenzählung S. 1â170, 13. Aufl. einsehbar nach Anmeldung â Internet Archive.
⢠Eduard Lohse: Die Briefe an die Kolosser und an Philemon (= Kritisch-exegetischer Kommentar ßber das Neue Testament, Band 9,2). Vandenhoeck & Ruprecht, GÜttingen 2. Aufl. 1977, ISBN 3-525-51636-3, Digitalisat bei Digi20: urn:nbn:de:bvb:12-bsb00044672-2.
Allgemeine Literatur zum Kolosserbrief:
⢠George K. Barr: Scalometry and the Pauline Epistles (= Journal for the study of the New Testament, Supplement series, 261). T & T Clark International, London/New York 2004, ISBN 0-567-08254-7.
⢠Walter Bujard: Stilanalytische Untersuchungen zum Kolosserbrief als Beitrag zur Methodik von Sprachvergleichen (= Studien zur Umwelt des Neuen Testaments, 11). Vandenhoeck & Ruprecht, GÜttingen 1973, ISBN 3-525-53362-4.
⢠Donald A. Carson, Douglas J. Moo, Leon Morris: An Introduction to the New Testament. Apollos, Leicester 1992, ISBN 0-85111-766-X, S. 359-385.
⢠RĂźdiger Fuchs: Den Heiligen und treuen BrĂźdern in Christus. Zum Präskript, Wir-Stil und Aufbau des Kolosserbriefs. In: Jahrbuch fĂźr Evangelikale Theologie, 30.2016, ISSN 0933-3835, S. 41â68
⢠RĂźdiger Fuchs: Kleine WĂśrter, groĂe Bedeutung? Zum Partikelgebrauch und anderen Elementen des Stils der Paulusbriefe. In: Biblisch erneuerte Theologie. Jahrbuch fĂźr theologische Studien. 1.2017, ISSN 2570-1975, S. 103â130
⢠Klaus Haacker: Rezeptionsgeschichte und Literarkritik. Anfragen an die communio opinio zum Corpus Paulinum. In: Theologische Zeitschrift, 65.2009, ISSN 0040-5701, S. 224-225, doi:10.5169/seals-877638.
⢠Placidus Häring OSB: Christusbild und Christenleben. Biblische Meditationen nach dem Kolosserbrief. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1978, ISBN 3-7171-0719-4.
⢠Donald A. Hagner: The New Testament, a historical and theological Introduction. Bacer Academic, Grand Rapids, Michigan 2012, ISBN 978-0-8010-3931-7.
⢠Anthony Kenny: A Stylometric Study of the New Testament. Oxford 1986.
⢠Mark Kiley: Colossians as Pseudepigraphy (= The biblical Seminar, 4). JSOT Press, Sheffield 1986, ISBN 1-85075-024-6, S. 101â102.
⢠Werner Georg Kßmmel: Einleitung in das Neue Testament. Quelle & Meyer, Heidelberg 21., erneut ergänzte Auflage 1983, ISBN 3-494-00089-1.
⢠Johannes Lähnemann: Der Kolosserbrief. Komposition, Situation und Argumentation (= Studien zum Neuen Testament, 3). Gßtersloher Verlagshaus Gerd Mohn, 1971, ISBN 3-579-04057-X.
⢠Willi Marxsen: Einleitung in das Neue Testament. Gßtersloher Verlagshaus Gerd Mohn, Gßtersloh 3. Auflage 1964.
⢠Kenneth J. Neumann: The authenticity of the Pauline Epistles in the light of stylostatistical analysis (= Society of Biblical Literature (Hrsg.): Dissertation series.120). Scholars Press, Atlanta, Georgia 1990, ISBN 1-55540-428-6.
⢠Ernst Percy: Die Probleme der Kolosser- und Epheserbriefe (= Skrifter Utgivna Av. Kungl. Humanistiska Vetenskapssamfundet i Lund, 39), ISSN 0347-5123. Gleerup, Lund 1946.
⢠Bo Reicke: Re-examining Paulâs Letters. The History of the Pauline Correspondence. Trinity Press International, Harrisburg 2001, ISBN 1-56338-350-0.
⢠E. Randolph Richards: The Secretary in the Letters of Paul (= Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament, 2. Reihe, 42). J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tßbingen 1991, ISBN 3-16-145575-4, S. 81 ff.; 175 ff.
⢠Udo Schnelle: Einleitung in das Neue Testament (= UTB 1830). Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2. Auflage 1996, ISBN 3-8252-1830-9, S. 328â348.
⢠Philipp Vielhauer: Geschichte der urchristlichen Literatur. Einleitung in das Neue Testament, die Apokryphen und die Apostolischen Väter (= de Gruyter Lehrbuch). Walter de Gruyter, Berlin/New York 2., durchgesehener Druck 1978, ISBN 3-11-007763-9, S. 191â203.
Weblinks
Wiktionary: Kolosserbrief
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Der Kolosserbrief (Kol). In: Klaus-Michael Bull: Bibelkunde des Neuen Testaments, abgerufen am 21. Oktober 2023.
⢠Angela Standhartinger: Kolosserbrief. In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2006 ff., abgerufen am 2. Oktober 2023.
Einzelnachweise
cite-note-0-11. â Kolosserbrief - www.die-bibel.de. Abgerufen am 21. Mai 2025.
cite-note-22. â 4.07. Der Kolosserbrief (Kol) - www.die-bibel.de. Abgerufen am 21. Mai 2025.
cite-note-33. â Corpus Paulinum - www.die-bibel.de. Abgerufen am 8. Februar 2025.
cite-note-44. â Ernst Percy: Probleme der Kolosser- und Epheserbriefe. C. W. K. Gleerup, Lund 1946
cite-note-55. â So etwa Berkhof: Introduction, S. 115: âthe argument derived from the áź
ĎιΞ ΝξγĎΟξνι is irrelevant and would apply with equal force in the case of the Epistle to the Romans.â
cite-note-66. â Kommentar zum Neuen Testament, S. 983.
cite-note-77. â Schnelle: Einleitung in das NT, S. 336: âVon den Deuteropaulinen steht der Kol dem Apostel am nächstenâ.
cite-note-88. â Josef Ernst bei der Darstellung der konservativen Position (die mehrheitlich an Ephesus als Abfassungsort denkt), in: Theologische Realenzyklopädie 19, 1990, S. 370â376, dort 373.
cite-note-99. â Klaus Berger: Kommentar zum Neuen Testament. GĂźtersloher Verlagshaus, GĂźtersloh 2011, S. 736f.
cite-note-1010. â William MacDonald: Kommentar zum Neuen Testament. Bielefeld 1997 (2. Aufl.), S. 983â984
cite-note-1111. â Louis Berkhof: Introduction to the New Testament. Grand Rapids 2004, S. 114â115.
cite-note-1212. â Werner Georg KĂźmmel: Einleitung in das Neue Testament. Heidelberg 201980, S. 206: âentweder 56â58 oder 58â60â.
cite-note-1414. â Ulrich Luz: Der Brief an die Kolosser, NTD 8/1, GĂśttingen 1998, S. 184.
cite-note-1515. â Philipp Vielhauer: Geschichte der urchristlichen Literatur. Einleitung in das Neue Testament, die Apokryphen und die Apostolischen Väter. 2. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1978, ISBN 3-11-007763-9, S. 198
cite-note-1616. â Udo Schnelle: Einleitung in das Neue Testament, GĂśttingen21996, S. 333